Golden Dust von Yvy Kazi

5/5
Golden Dust - Der Kuss der Todesfee
❀Hierbei handelt es sich um ein Rezensionsexemplar❀
AUTOR: Yvy Kazi
VERLAG: Dark Diamonds (Carlsen Verlag)
GENRE: Fantasy, Romantasy
ERSTERSCHEINUNG: 27.06.2019
ISBN: 9783646605242
SEITENZAHL: 380
PREIS:
eBook 4,99€

❧ Zusammenfassung:

Lys studiert Psychologie und hat eine außergewöhnliche Gabe. Anhand der Auren der Menschen kann sie vorhersagen, wie lange diese noch leben werden. Klingt zunächst echt cool, aber würdest du gerne wissen, wie lange die Menschen um dich herum noch zu leben haben? Für Lys ist es Fluch und Segen zugleich. Dabei weiß sie nicht einmal woher sie diese Gabe hat und kann auch niemanden fragen, da sie sich nicht mehr an ihre Vergangenheit erinnern kann.
Als sie Alex, einen netten Barista, kennen lernt versucht Lys herauszubekommen, wer sie ist und wo sie her kommt. Doch das ist kein ungefährliches Unterfangen, wie sich herausstellt. Wird Lys erfahren, wer sie wirklich ist?

❀”Es schmerzte in meinem Unterbewusstsein und raubte mir den Atem. Ich drohte zu ersticken. So tief im Meer, dass kein Sonnenstrahl bis in die schwarze See hinab reichte.” (S. 241)

❧ Meine Meinung:

Zunächst zum Cover: Ich finde das Cover in Ordnung. Es sticht für mich nicht unbedingt heraus, ist aber trotzdem sehr schön gestaltet. Ich vermute, dass die Frau auf dem Cover Lys sein soll, was mir nicht so gut gefällt, da ich sie mir persönlich ganz anders vorgestellt habe. Das Farbspiel aus dem goldenen Staub (“Golden Dust”) und den dunklen silbrigen Wolken finde ich aber ziemlich clever und treffend gewählt. Das alles ist natürlich reine Geschmackssache und nur meine Meinung. 

Das Buch ist eine Mischung aus Fantasy und Liebesroman, also Romantasy. Dabei weist es eine wunderschöne Mischung aus einer Liebesgeschichte und Fantasy Elementen auf. Wie der Titel schon verrät handelt die Geschichte von Todesfeen. Für mich absolutes Neuland, da ich nie zuvor eine Geschichte über Todesfeen gelesen habe. So ging ich regelrecht ohne Erwartungen ans Lesen und war absolut begeistert! 

Lys als Hauptfigur war super interessant. Da sie nichts mehr über ihre Vergangenheit weiß ist es zunächst schwierig sie einzuschätzen. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt was passiert ist. Lys scheint sehr introvertiert und in sich gekehrt zu sein, was vermutlich damit zusammenhängt, dass sie nicht weiß wer sie ist. Durch die Ich-Perspektive erfährt man aber durchgängig was Lys denkt. Und was sie denkt ist wirklich zum Totlachen! Selten ist mir so ein ausgeprägtes Exemplar eines Tollpatschs unter die Augen getreten 😀 

Allein dadurch war mir Lys absolut sympathisch. Ihre Ecken und Kanten machen sie nur noch interessanter, obwohl ihr Umfeld sie einfach als seltsam empfindet.
Jede Nacht trifft Lys Nathaniel oder kurz Nate in ihren Träumen. In ihren Träumen ist Nate bildschön, warmherzig und wahnsinnig verliebt in Lys.
Sie weiß, dass sie ihn kennt und geliebt hat, aber warum träumt sie jede Nacht das selbe von ihm? Für Lys wirft Nate jede Menge Fragen auf. Er scheint aber zunächst nicht bereit ihr welche davon auch zu beantworten.

❀”Das Leuchten seiner bernsteinfarbenen Augen machte es mir unmöglich, an ihm zu zweifeln.” (S. 9)❀

Als Alex in Lys’ Leben auftaucht war ich sehr misstrauisch. Er ist fast als Einziger nett zu Lys und scheint ernsthaft an ihr interessiert und hat es sich augenscheinlich zur Aufgabe gemacht Lys mit Kaffee abzufüllen.

Er war ❀”Auf unauffällige Weise attraktiv, sportlich und leicht übernächtigt […]. Alles in allem nicht besonders… besonders.” (S. 40)❀

Die Beschreibungen der Figuren von Yvy sind sehr detailliert und lassen doch Freiraum für eigene Interpretationen. Besonders schön fand ich, wie beispielsweise Alex’ Augen beschrieben werden:

❀”Ein Verlauf von Himmelblau zu Meerestürkis, durchzogen von silbrigen Splittern aus Sternenlicht” (S. 116)❀

Hallo? Ich meine schaut euch diese Beschreibung an. Beim Lesen ist mir ein leichtes Seufzen entfleucht. Auch jetzt wieder. Generell konnte ich gut mit Lys mitfühlen. Bei Alex und Nate hatte ich tatsächlich aber manchmal Probleme, da ich bei deren Meinungsänderungen regelrecht ein Schleudertrauma erlitten habe. Da behaupte nochmal jemand Frauen seien kompliziert… Stellenweise hätte ich mir mehr Erklärungen gewünscht, wie es zum Verhalten der Figuren kam und warum sie plötzlich ganz anders als erwartet gehandelt haben.

Die Erzählung wird aus der Ich-Perspektive von Lys geschildert, was auch Sinn macht, da sie die Hauptfigur ist. Ich fand es gut, dass es keinen Perspektivwechsel gab, da dieser viel zu viel vorweg verraten hätte. Durch die Erzählweise wurde ordentlich Spannung aufgebaut, sodass ich immer weiter lesen wollte. In sich ist die Erzählung auch schlüssig, aber ich hatte teilweise Probleme hinterher zu kommen. Am Anfang werden so viele Fragen aufgeworfen, die meiner Meinung nach teilweise zu spät aufgelöst werden, da ich mich zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr exakt daran erinnern konnte. Hier hätte ich mir eine frühere Auflösung oder eine Art Erinnerungssequenz gewünscht. Die Unterscheidung von Traum und Realität verwirrt mich noch bis Heute.

Ich muss sagen, dass ich mich zu Beginn erst ein wenig an den Schreibstil von Yvy gewöhnen musste, da er mir manchmal zu aufgesetzt und übertrieben wirkte. Als ich dann aber die ersten Kapitel gelesen hatte und mich darin eingefunden hatte konnte ich herzlich lachen.

Zudem kann ich sagen, dass es der Spannung und dem Lesefluss nicht geschadet hat und die Wendungen wirklich gut gesetzt waren. Es kommt selten vor, dass mich ein Buch überrascht, aber Golden Dust hat es definitiv geschafft!

Es war sehr einfach sich in das Setting einzufühlen, da es auf der Erde und in der heutigen Zeit spielt. Wie schon erwähnt konnte ich mir die Figuren wirklich gut vorstellen, aber auch alle beschriebenen Orte konnte ich vor meinem inneren Auge sehen. Sie waren so bildlich beschrieben, dass sie mich teilweise an Orte erinnert haben an denen ich selbst schon war.

Manche haben erwähnt, dass ihnen die Kapitelüberschriften nicht gefallen haben und eher störend wirkten. Dem muss ich widersprechen. Ich fand sie wirklich witzig und hatte nie das Gefühl, dass zu viel sofort verraten wird. Sie wirkten für mich eher wie ein kleiner appetizer, der die Neugierde anstachelt.

Die Zielgruppen des Buches sind für mich Jugendliche oder junge Erwachsene, die Lust haben neue Seiten der Fantasywelt zu entdecken. Da die Erzählung von Studenten und jungen Erwachsenen handelt würde ich es auch genau diesen empfehlen. Es gibt wenige Sexszenen, die auch nicht sehr ausführlich beschrieben werden. Meiner Meinung nach benötigt man für das Lesen auch keinerlei Vorkenntnisse über Todesfeen oder ähnliches. Man kann sofort in die Erzählung starten und sich mitziehen lassen.

❧ Mein Fazit:

Für mich war es eine große Freude das Buch zu lesen. Ich bin immer auf der Suche nach einer neuen guten Fantasy Erzählung und bin hier definitiv fündig geworden. Es ist keine typische Liebesgeschichte, bei der sich das Mädchen zwischen einen bad boy und dem netten Jungen von nebenan entscheiden muss, sondern bringt wirklich mal frischen Wind und neue Ideen ein.

Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet und mir machte es viel Spaß Lys auf ihrem Weg zu begleiten. Mir fällt gerade auf, dass ich Os total vergessen habe! Dabei war er für mich ein Highlight im Buch! Er lockerte die Spannung auf und ist gar nicht so nebensächlich, wie man vielleicht denkt 😉

❀”Was auch immer Os war, er war eben besonders. Manchmal besonders frech, manchmal besonders laut oder nervig – aber immer besonders.” (S. 130)❀

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich Gurken nie wieder ansehen kann ohne an dieses Buch zu denken 😀

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