Finding Mr. Wright von K.A. Linde

1.5/5

❀ Hierbei handelt es sich um ein Rezensionsexemplar ❀

AUTOR: K. A. Linde
VERLAG: Heyne
GENRE: New Adult
ERSTERSCHEINUNG: 08.07.2019
ISBN: 9783453545946
SEITENZAHL: 283 (eBook)
PREIS: Paperback 12,99€ ePub 9,99€ Wright Brother-Reihe: Band 1: Finding Mr. Wright Band 2: Loving Mr. Wright

❧ Zusammenfassung:

Emery wollte niemals in ihre Heimat zurückkehren. Als sie dann aber ihren Freund beim Fremdgehen erwischt, kappt sie alle Verbindungen, bricht ihre Promotion ab und sucht Trost bei ihrer Schwester, die immer noch in ihrer Heimat Lubbock, Texas lebt. 
In Lubbock trifft Emery einen anderen Wright Bruder. Dabei hatte sie doch den Wright Brüdern endgültig abgeschworen, nachdem einer ihr Herz in der Highschool gebrochen hatte! Nun trifft sie jedoch Jensen, den großen Bruder ihrer Highschool-Liebe, und kann sich ihren Gefühlen leider nicht verweigern. 

Anmerkung zum originalen Klappentext: Leider ist der originale Klappentext falsch, weshalb ich auch eine andere Vorstellung der Geschichte im Kopf hatte. Wer sich dieses Buch kaufen möchte, sollte dies bedenken! 

❧ Meine Meinung:

Zum Cover muss ich leider sagen, dass es für mich 0815 ist. Leider sieht so mittlerweile fast jedes New Adult-Buch aus. Damit meine ich nicht, dass es schlecht gemacht ist, sondern einfach, dass es nicht aus der Masse hervor sticht und für mich auch nicht den Inhalt des Buches widerspiegelt. Zum Beispiel spielt nur ein sehr geringer Teil der Handlung in New York, weshalb ich das nicht ganz nachvollziehen kann. 
Da die Autorin selbst in Lubbock lebt, hätte ich es toll gefunden, wenn vielleicht ein Wahrzeichen o.ä. als Coverelement dient. Das wäre noch was besonderes gewesen. 

Das Buch würde ich als New Adult-Roman bezeichnen. Es behandelt typische Themen, wie Komplikationen, die das Erwachsenwerden eben so mit sich bringt, die eigene Identität, also wer bin ich und wie entscheide ich mich, aber eben auch die Liebe. 
Emery wirkt zu Beginn des Buches sehr sachlich und kühl, was aber eben auch mit ihrer kürzlichen Trennung zusammenhängt. Trotzdem zieht sich dies bei den Figuren so durch. Ich hatte oftmals das Gefühl, dass die Gespräche sehr hölzern verlaufen und mechanisch wirken. Damit meine ich, dass jedes Verhalten später im Gespräch analysiert und psychologisch beurteilt wird. Dadurch wirkte es sehr erzwungen und unrealistisch. 
Bei Jensen war dies für mich besonders deutlich spürbar. Ich könnte mir vorstellen, dass die Autorin dadurch die analytische Seite an Jensen als Geschäftsmann hervorheben wollte und Emery als “emotionaler” Gegenpol gegenübersteht. 
Da die Dialoge, wie gesagt, hölzern und unecht wirkten, konnte ich mich so gar nicht hineinversetzen. Mich hat das Buch wirklich genervt und das soll schon was heißen. 
Die einzige Figur, die mich persönlich interessiert hat, war Heidi und ihr angedeutetes Interesse an Landon. Heidi ist Emerys beste Freundin und scheint sehr viel Wert auf Beliebtheit und Aussehen zu legen. Dabei ist sie aber nicht unsympathisch, sondern macht sich durch ihre Art irgendwie sympathisch. Sie hat was unkonventionelles 🙂 Genauso fand ich Landon interessant und seine Hintergrundgeschichte. Für ihn empfand ich zwar Mitleid, aber auch Unverständnis für seine Situation. 

Die Erzählung wird abwechselnd von Emery und Jensen erzählt, sodass man von beiden weiß, was in ihnen vorgeht. Leider waren auch die inneren Monologe sehr analytisch und brachten mich nicht dazu mich in die Geschichte einzufühlen. 
Der Schreibstil an sich war ganz in Ordnung. Was mir aber absolut nicht gefallen hat waren die Beschreibungen der Sexszenen. Diese waren absolut klischeebehaftet und die Wortwahl hat mir auch nicht gefallen. Ich mag es, wenn Autoren kreativ werden und schöne Umschreibungen für den Akt finden. In diesem Buch war es einfach platt. 
Nehmen wir beispielsweise den ersten Sex von Emery und Jensen. Wo? Natürlich am Kaminfeuer auf einem (natürlich) künstlichen Schafsfell. Die Geschlechtsmerkmale werden als “Muschi und Titten” bei der Frau bezeichnet und beim Mann ganz sachlich als “Penis”. Für mich sind die Bezeichnungen für die Frau abwertend. Das hat nichts erotisches oder schönes an sich. Aber krass im Gegensatz steht da für mich die vollkommen sachliche Bezeichnung des männlichen Genitals. Leider ein absoluter Abturn. Auch werden in den Sexszenen sooo viele Klischees aufgegriffen und nicht angegangen, sondern vollkommen bestätigt. 

Ein ganz anderes Problem dieses Buches: die Logik. Ich konnte die Reaktionen der Figuren teilweise überhaupt nicht nachvollziehen. Wieso erzählt man seiner neuen Freundin nichts von seinem Sohn, wenn es doch sowieso jeder weiß?! Das ergibt für mich keinen Sinn! Das Heidi nichts erwähnt hat fand ich genauso komisch. 
Warum bleibt Landon bei seiner Furie von Frau, die übrigens auch alle Klischees erfüllt??? Leider konnte ich die ganzen Handlungsstränge nicht wirklich nachvollziehen. Es war so viel Drama, aber so richtig Inhalt hatte das Ganze nicht. 

Die Zielgruppe sind Frauen in den Zwanzigern, die vielleicht gerade ihr Leben umstellen. Sei es in beruflicher oder privater Orientierung. Für mich ist es wie ein “Hausfrauenroman”, der aber auf die jüngere Generation angepasst wurde. 

❧ Mein Fazit:

Leider absolut nicht überzeugend. Ich war lange nicht mehr so genervt von einem Buch und war kurz davor es abzubrechen. Die Spannung habe ich das gesamte Buch über verzweifelt gesucht, aber leider nicht gefunden. Die Handlung entwickelt sich viel zu rasant, da das Buch aber auch nur 283 Seiten hat verständlich. Trotzdem keine Entschuldigung. Mir hat das Buch nicht gefallen und hätte es mehr Seiten gehabt, hätte ich es auch abgebrochen. Die nächsten Bände werde ich wohl nicht lesen, obwohl mich die Geschichte zwischen Heidi und Landon schon interessiert.